von Michael Lünstroth・Redaktionsleiter, 21.09.2021
Anders Stokholm wird Präsident der Kulturstiftung

Der Frauenfelder Stadtpräsident übernimmt ab 2022 das Amt von Renate Bruggmann. Sein Ziel: Die Kulturstiftung weiterentwickeln und stärken.
Ganz überraschend kommt der Wechsel im Präsidium der Thurgauer Kulturstiftung nicht: Die bisherige Präsidentin Renate Bruggmann muss nach 12 Jahren bei der Kulturstiftung (davon zuletzt 5 Jahre als Präsidentin) wegen der in den Statuten der Stiftung festgelegten Amtszeitbegrenzung aufhören, Anders Stokholm war bereits in den vergangenen Jahren Vize-Präsident der Kulturstiftung: „Ich war bereits im engen Austausch mit der Präsidentin und in wesentliche Entscheidungen eingebunden. Insofern trete ich das neue Amt nicht ganz unvorbereitet an“, sagt der Frauenfelder Stadtpräsident und FDP-Kantonsrat im Gespräch mit thurgaukultur.ch Er beginnt sein neues Amt zum 1. Januar 2022.
Die Kulturstiftung als Ermöglicherin
In seiner Amtszeit will er die Kulturstiftung weiter entwickeln und stärken: „Mit der Einführung der Recherche-Stipendien und des neuen Formats ‚Ratartouille’ ist die Stiftung bereits auf einem guten Weg. Diesen wollen wir weiter gehen“, sagte Stokholm. Der neue Präsident sieht die Stiftung dabei vor allem in der Rolle der Ermöglicherin. „Die Kulturstiftung bietet eine sehr gute Möglichkeit, das kulturelle Leben im Kanton Thurgau zu fördern. An dieser Aufgabe möchte ich mich gerne beteiligen“, so Stokholm weiter.
Auf die Frage, ob das bedeute, dass er sich künftig auch für ein höheres Budget für die Stiftung einsetzen wolle, antwortete Anders Stokholm: „Ja, das ist eines der Themen, die wir angehen wollen.“ Derzeit verfügt die Stiftung über ein Jahresbudget von 1,1 Millionen Franken.
Droht ein Interessenkonflikt bei Frauenfelder Gesuchen?
Einen möglichen Interessenkonflikt mit seiner Aufgabe als Stadtpräsident von Frauenfeld sieht Anders Stokholm nicht: „Ich sitze nicht als Frauenfelder Stadtpräsident in der Kulturstiftung, sondern als kulturinteressierter Mensch und Kantonsrat. Für diese Interessen stehe ich in der Funktion ein.“ Die verschiedenen Rollen und Ämter, die er inne habe, könne er gut voneinander trennen, so Stokholm. Zudem gebe es bei der Kulturstiftung klare Ausstandsregeln. Bei möglichen Gesuchen der Stadt Frauenfeld an die Kulturstiftung werde er sich heraushalten, versprach Anders Stokholm.
Transparenz-Hinweis: Die Kulturstiftung des Kantons Thurgau ist eine von zwei AktionärInnen der gemeinnützigen Thurgau Kultur AG, die thurgaukultur.ch betreibt. Alle Details zur Struktur und Finanzierung von thurgaukultur.ch findet ihr hier.
Nina Schläfli neu im Stiftungsrat
Noch ein Wechsel: Der Regierungsrat hat Nina Schläfli (Bild: Archiv) aus Kreuzlingen per 1. Januar 2022 als neues Mitglied in den Stiftungsrat der Kulturstiftung gewählt. Die Historikerin und Kantonsrätin rückt auf den frei werdenden Posten durch den Wechsel im Präsidium nach.
Die Aufgaben des Stiftungsrats: Der Stiftungsrat ist zuständig für die Stiftungspolitik und die programmatische Ausrichtung, beobachtet die kulturellen Szenen und Tendenzen, entscheidet über Gesuche und Eigeninitiativen der Stiftung.
Wer sitzt im Stiftungsrat? Der Stiftungsrat setzt sich aus neun Mitgliedern zusammen: drei Kulturschaffende, drei Kulturvermittlerinnen oder -vermittler, drei Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Die aktuelle Besetzung des Gremiums ist hier nachzulesen. Die Mitglieder des Stiftungsrates werden vom Regierungsrat gewählt. Die Amtsdauer der Mitglieder beträgt vier Jahre. Ihre Amtszeit ist auf maximal acht Jahre begrenzt. Übernimmt ein bisheriges Mitglied das Präsidium, beträgt die maximale Amtszeit zwölf Jahre.
Klare Regel: Mitglieder des Stiftungsrates dürfen während ihrer Amtszeit keine eigenen Gesuche einreichen.

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