von arttv, 28.07.2022
Still ruht die Bettdecke

Sex als Waffe – aber als Waffe der Frauen! Sie verweigern sich ihren Männern, um den Krieg zu beenden. Wie aktuell «Lysistrata», der Klassiker aus der Antike ist, zeigt gerade das Kreuzlinger See-Burgtheater. (Lesedauer: ca. 1 Minute)
Es ist einer der bekanntesten Texte des europäischen Theaters. Und er wendet sich gegen die Absurdität des Krieges, diesem Männerspiel, der alles vernichtet. Das See-Burgtheater bringt die Lysistrata von Aristophanes an die grünen Ufer des blauen Bodensees. Eine Inszenierung, die dem klassischen Text mit Musik und choreografischen Elementen trotz des ernsten Themas mit viel Gefühl, Leichtigkeit und auch Humor begegnet. Griechisches Theater für den Sommerabend.
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Der Preis des Friedens
Zwischen Athen und Sparta tobt ein Krieg. Bei den Frauen zu Hause türmt sich die Wäsche und der Mental Load, ihre Männer kriegen sie kaum noch zu Gesicht. Lysistrata hat genug! Sie organisiert ein Treffen zwischen den Frauen aus Athen und Sparta und ringt ihnen das Versprechen ab, sich ihren Männern so lange sexuell zu verweigern, bis diese den Kampf endlich beenden. Als zusätzlichen Anreiz sackt Lysistrata kurzerhand noch die Kriegskasse ein.
Da die Athenerinnen ihrer Libido allerdings selber nicht so recht trauen, verbarrikadieren sie sich in der Akropolis, die schon bald Schauplatz verzweifelter Ein- und Ausbruchsversuche wird. Der klassische Text setzt auf Frauensolidarität und Softpower. Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine erhöht momentan die Aktualität des Stücks, gleichzeitig zeigt er: Kriege gab es auch in der Antike schon und bis heute haben sie nichts an Grausamkeit eingebüsst. Und die, die den Frieden wollen, haben es noch nie leicht gehabt.
Mehr lesen: Unsere Besprechung der Premiere findest du hier.
Weitere Aufführungen
Mi 27.7. / Do 28.7. / Fr 29.7. / Sa 30.7.
August
Di 2.8. / Mi 3.8. / Do 4.8. / Fr 5.8. / Sa 6.8.
Di 9.8. / Mi 10.8.
Die Zuschauertribüne ist überdacht.
Ab 18 Uhr Kassenöffnung. Aufführungsdauer: 20.30 - ca. 22.30 Uhr.
Eintritt
CHF 54.- (1.-8. Reihe)
CHF 48.- (9.-10. Reihe)
Schüler, Studierende, Auszubildende CHF 20.-
Regisseur Giuseppe Spina
«Die Geschichte zeigt: auch nach zweieinhalbtausend Jahren sind wir nicht viel weitergekommen», so Regisseur Giuseppe Spina. Der gebürtige Thurgauer ist neben seinen Regieprojekten freischaffender Schauspieler und Musiker sowie Initiant und Mitbetreiber der Theaterwerkstatt Gleis 5 in Frauenfeld. Für das See-Burgtheater stand er schon mehrfach selbst auf der Seebühne, zuletzt als sozialistischer Einbürgerungsaspirant beim Musical «Die Schweizermacher». Bei «Lysistrata» ist für Spina die weibliche Sicht auf das Ganze wichtig, deswegen plant er die Zusammenarbeit mit einer Dramaturgin. Mit der Erotik im Stück möchte er in «Tarantino-Manier» umgehen: Wie das Blutvergiessen in den Kultfilmen sei diese ein grundsätzlicher Bestandteil, solle dabei aber mit einer entwaffnenden Selbstverständlichkeit behandelt werden.

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