13.09.2016
Tanzplan Ost: lokal, regional egal?

Das Tanzfestival TanzPlan Ost findet zum vierten Mal von August bis November 2016 statt. An sieben Wochenenden, auf diversen Bühnen und in Räumen der Ostschweiz und des Fürstentums Liechtenstein, erwartet das Publikum ein vielfältiges Festivalprogramm. Zu sehen sind Stücke von jungen und aufstrebenden bis hin zu international etablierten Choreografinnen und Choreografen. Mit ihren Körpern und (Bewegungs-)Sprachen entwerfen sie kompromisslos eigene Sichtweisen auf die heutige Welt und fordern oftmals mit Radikalität neue Ausdrucksformen.
Neue Leitung
Unter der neuen künstlerischen Leitung der in Zürich lebenden Choreografin Simone Truong treibt TanzPlan Ost künstlerische Entwicklungen, Austausch und Vernetzung der freien Tanzszene in der Ostschweiz und dem Fürstentum Liechtenstein weiter voran. So setzt das Festival neue Impulse und leistet einmal mehr einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung des Tanzes in der Region Ostschweiz und Liechtenstein.
Das Festival geht insbesondere der Frage nach, was wir heute als lokal oder regional erachten und wie daran Identität bemessen werden kann oder soll. Es gilt im Weiteren – gerade bei einem geographisch begrenzten Festival wie TanzPlan Ost – auch aus einer künstlerischen Perspektive darüber nachzudenken, was als regional oder eben lokal eingestuft werden kann. Macht es Sinn, angesichts der heutigen Ausbildungs- und Produktionspraktiken im zeitgenössischen Tanz von Lokalität zu reden? Wann genau ist man erfolgreich? Wenn man mehr lokal als global agiert oder umgekehrt? Ist die Arbeit im "Kleinen" nicht mit mehr Ausdauer verbunden als das ständige Reisen und damit mit der Unverbindlichkeit kurzen sozialen Austauschs an vielen Spielorten? Was bedeutet es, sich explizit fürs Lokale zu entscheiden, sich dort zu engagieren, wo man sich niedergelassen hat?
Förderpreis
Über das Festivalprogramm hinaus verleiht TanzPlan Ost einer Kompanie aus der Region Ostschweiz/Liechtenstein neu einen Förderpreis für Choreografie und Dokumentation im Gesamtwert von 8000 Franken. Dieser kombinierte Förderpreis wird durch die SSA (Société Suisse des Auteurs, Lausanne) mit CHF 5000 und durch VIDEO-ARTWORK GmbH St. Gallen im Wert von CHF 3000 ermöglicht. Erhalten hat den Preis dieses Jahr die Kompanie House of Pain aus St. Gallen. (art-tv.ch)
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