17.07.2026
Hier ziehen bald zwei neue Ausstellungen ein

Kultureller Aufbruch in der Ostschweiz in den 1980er Jahren und Migration als gesellschaftlicher Dauerzustand: Zwei Ausstellungsprojekte bespielen das Werk2 in Arbon im Jahr 2027. (Lesedauer: ca. 2 Minuten)
Der Kanton Thurgau hat die ehemalige Webmaschinenhalle Werk2 in Arbon erstmals für Projekte von freien Kulturschaffenden und Kulturakteuren ausgeschrieben. Eine Fachjury wählte im Juni zwei Siegerprojekte, die im Jahr 2027 im Werk2 in Arbon umgesetzt werden.
Die ehemalige Saurer Webmaschinenhalle, das Werk2 in Arbon, wird vom Kanton Thurgau zu einem interdisziplinären Themenhaus und zu einem neuen kulturellen Erlebniszentrum entwickelt. Ursprünglich sollte das Haus 2028 eröffnen, wegen der finanziell angespannten Situation des Kantons wurde das Projekt aber um mehrere Jahre verschoben. Eröffnung ist nun für 2037 vorgesehen. Bis dahin können 400 Quadratmeter im ersten Obergeschoss kulturell zwischengenutzt werden.
In den ungeraden Jahren, erstmals 2027, wird das Werk2 interessierten Dritten als Plattform für eigene Projekte zur Verfügung gestellt. Eine breit abgestützte Fachjury hat laut einer Medienmitteilung nun aus elf Eingaben zwei Siegerprojekte für das Jahr 2027 ausgewählt.
Rückblick auf die Achtziger und Neunziger Jahre
Von Mai bis Juni 2027 wird das Projekt «FLASHBACK» einer Gruppe Kunstschaffender um Katharina Henking und Guido R. von Stürler zu sehen sein. FLASHBACK ist eine umfassende Rückschau auf die Ostschweizer Kunstszene der 1980er- und 1990er-Jahre – eine Zeit, in der sich zwischen Kreuzlingen, Bodensee, Thurgau und St. Gallen ein intensiver kultureller Aufbruch vollzog. «Vieles, was damals entstand, prägt die kulturelle Landschaft bis heute: neue Ausstellungsformen, alternative Räume, Initiativen wie die Kunsthallen in St. Gallen und Wil, der Kunstraum Kreuzlingen oder das Sommeratelier Weinfelden», heisst es in der Mitteilung.
Rund 20 bis 25 Künstlerinnen und Künstler zeigen Werke aus dieser Zeit: Malerei, Skulptur, Zeichnung, Grafik, Fotografie, Video/Film und Performance und schlagen gleichzeitig den Bogen in die Gegenwart mit aktuellen Arbeiten und einem umfassenden Vermittlungsprogramm.
Ein Raum der Begegnung
Im September 2027 kommt das Projekt «Arbeit. Liebe. Not.» der Kulturanthropologin Edith Werffeli zur Umsetzung. «Arbeit. Liebe. Not.» ist eine partizipative Ausstellung über Migration als menschliche Grundkonstante und gesellschaftliche Realität. Sie verbindet persönliche (Migrations-)Geschichten mit regionaler Geschichte, lokale Perspektiven mit globalen Zusammenhängen und museale Praxis mit kultureller Teilhabe.
«Durch gemeinsames Erzählen, Sammeln und Ausstellen entsteht ein Raum der Begegnung, Anerkennung und Verständigung inmitten der Webmaschinenhalle Arbon und weit darüber hinaus», heisst es in der Medienmitteilung. Die Ausstellung richte sich an ein breites Publikum in der Region und binde lokale Akteurinnen und Akteure und Communitys in Vermittlungs- und Beteiligungsformate ein.
Die Mitglieder der Jury
Der diesjährigen Jury gehörten an: Philipp Kuhn, Leiter Kulturamt (Jury-Vorsitz), Michelle Geser, wissenschaftliche Mitarbeiterin Kulturamt, Noemi Bearth, Direktorin Historisches Museum Thurgau, Hans Jörg Höhener, Präsident Kulturkommission Kanton Thurgau, René Walther, Stadtpräsident Arbon, Samuel Struhs, Standortförderer Stadt Arbon, Rachel Lumsden, Bildende Künstlerin, Linda Heller, Tanzschaffende, Daniela Schilhab, Geschäftsführerin muse.tg (Verein Museen im Thurgau).
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