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Echoes from north & south ‍

Orchesterkonzert: Beethoven Ouvertüre Die Weihe des Hauses
Mendelssohn-Bartholdy: Violinkonzert, Arvo Pärt: Fratres, Mendelssohn: "Italienische" Sinfonie

Ludwig van Beethoven (1770–1827): Ouvertüre Die Weihe des Hauses C-Dur op. 124

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847): Violinkonzert e-Moll op. 64
Allegro molto appassionato – Andante – Allegretto non troppo. Allegro molto vivace

Arvo Pärt (geb. 1935): Fratres

Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809–1847): Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 „Italienische“
Allegro vivace – Andante con moto – Con moto moderato – Saltarello. Presto

Sueye Park, Violine 
Jascha von der Goltz, Dirigent

10 Jahre Festivalorchester der Höri Musiktage, ein Ausnahmeprojekt auf Erfolgskurs. Jascha von der Goltz, einer der vielversprechendsten Dirigenten seiner Generation, übernimmt ab 2026 die Orchesterleitung. Die Solistin Sueye Park steht zweifellos am Beginn einer Weltkarriere: Sie ist Preisträgerin des renommierten Sibelius-Wettbewerbs 2025.

Die Weihe des Hauses – ein Werk, das Ludwig van Beethoven selbst zur Feier eines Neubeginns komponierte, eröffnet das erste Orchesterkonzert der Jubiläumsausgabe der Höri Musiktage. Ende September 1822 schrieb er die Ouvertüre zur Wiedereröffnung des Wiener Theaters in der Josefstadt, die am 3. Oktober desselben Jahres stattfand. Anlass war ein Festspiel mit dem Titel „Die Weihe des Hauses“ des Dichters Carl Meisl, für das Beethoven Bühnenmusik beisteuerte. Um die Arbeit zu bewältigen, griff er teilweise auf Musik aus seinem früheren Werk Die Ruinen von Athen, Op. 113 zurück, komponierte jedoch eine neue Ouvertüre sowie weitere Nummern eigens für diesen Anlass. Trotz seines bereits stark eingeschränkten Gehörs leitete der Komponist die Uraufführung selbst. Zeitgenössische Berichte schildern die ungewöhnliche Situation, dass ein zweiter Kapellmeister hinter ihm stand, um dem Orchester die Einsätze zu verdeutlichen. Das Publikum reagierte begeistert: Beethoven wurde am Ende der Aufführung mit großem Jubel gefeiert. 

Die Ouvertüre entwickelte sich rasch zu einem eigenständigen Konzertstück und wurde schon kurz darauf in London, Berlin und Wien aufgeführt. Kritiker zählten sie bald zu Beethovens „vollendetsten Arbeiten“.

Mit ihrer festlichen Strahlkraft eröffnet dieses Werk einen neuen Abschnitt für das Festivalorchester: Jascha von der Goltz übernimmt als neuer musikalischer Leiter die künstlerische Führung in die neue Dekade.

Das berühmte Violinkonzert in e-moll, Op. 64 von Felix Mendelssohn Bartholdy wirkt so selbstverständlich und mühelos, dass man kaum glaubt, wie lange der Komponist daran arbeitete. Bereits 1838 schrieb Mendelssohn seinem Freund, dem Geiger Ferdinand David, ein Violinkonzert in e-Moll „stecke ihm im Kopf“ – besonders der Anfang lasse ihm keine Ruhe. Tatsächlich sollte es noch fast sechs Jahre dauern, bis das Werk 1845 in Leipzig uraufgeführt wurde.

Gerade dieser Anfang macht das Konzert bis heute unverwechselbar: Ohne lange Orchestereinleitung tritt die Solovioline sofort mit dem Hauptthema in Erscheinung, schwärmerisch, sehnsuchtsvoll singend  – ein damals überraschend neuer Gedanke. Die harmonisch gewagten Überleitungen der Sätze waren erstaunlich neu und auch an anderer Stelle ging Mendelssohn eigene Wege: Die Kadenz des ersten Satzes steht nicht, wie sonst üblich, kurz vor Schluss, sondern ist organisch in den musikalischen Verlauf eingebunden und stammt – ebenfalls ungewöhnlich – vom Komponisten selbst.

Mit seiner Verbindung aus klassischer Eleganz, lyrischer Wärme und virtuoser Brillanz gehört Mendelssohns Violinkonzert heute zu den beliebtesten Werken der Konzertliteratur – ein Stück wie aus einem einzigen musikalischen Atem, das lange reifte, ein Echo auf die nachhallende Epoche der Klassik, das Nietzsche „als schönen Zwischenfall der deutschen Musik" lobte.

Mit Fratres schuf Arvo Pärt eines seiner bekanntesten und zugleich wandelbarsten Werke. Die Komposition entstand 1977 und existiert in zahlreichen Fassungen für unterschiedliche Besetzungen – ein Zeichen dafür, dass die musikalische Idee weniger an ein bestimmtes Instrumentarium gebunden ist als an ihre besondere Klangsprache.

Pärt hatte sich in den Jahren zuvor intensiv mit alter Musik, Gregorianik und frühpolyphonen Techniken beschäftigt. Aus dieser Suche entwickelte er seinen charakteristischen Tintinnabuli-Stil:eine stark reduzierte, meditative Tonsprache, in der sich einfache Dreiklänge und schrittweise Melodielinien zu ruhigen, oft zeitlos wirkenden Klangflächen, Echos ferner nordischer Landschaften, verbinden.

Der Titel Fratres – „Brüder“ – verweist nicht nur auf die Geschichte des Chorherrenstifts, sondern auch auf die Struktur des Stücks: Mehrere Variationen folgen aufeinander, stets auf derselben harmonischen Grundlage, aber mit veränderten rhythmischen Gestalten und Klangfarben. So entsteht ein musikalischer Prozess, der zugleich streng gebaut und frei wirkend ist – fast wie ein immer wieder neu betrachteter Gedanke.

In der Fassung für Bläser und Schlagwerk gewinnt das Werk eine besondere klangliche Klarheit. Die warmen Bläserfarben und die ruhigen, oft rituell anmutenden Schlagwerkfiguren lassen Pärts Musik zugleich archaisch und gegenwärtig erscheinen – eine stille, konzentrierte Klangwelt, die den Raum für einen Moment zum Innehalten öffnet.

Felix Mendelssohn-Bartholdys Sinfonie Nr. 4 mit dem Beinamen“Italienische” ist eines der heitersten und farbenreichsten Werke der romantischen Sinfonik. Die Idee entstand während seiner großen Bildungsreise durch Europa: inspiriert von Goethes Reiseeindrücken führte 1830/31 auch sein Weg nach Italien, wo ihn Landschaft, Kunst und Lebensfreude tief beeindruckten. In Briefen berichtete Mendelssohn begeistert von der Atmosphäre des Landes – Eindrücke, die später in diese Sinfonie einflossen. „Überhaupt geht es mit dem Componieren jetzt wieder frisch. Die italienische Sinfonie macht große Fortschritte; es wird das lustigste Stück, das ich gemacht habe.“ So wirkt das Werk wie ein Echo südländischer Lebensfreude. Als Italienische wurde es jedoch erst nach seinem Tod betitelt.

Die Sinfonie wurde 1833 in London unter Mendelssohns eigener Leitung uraufgeführt. Schon der erste Satz sprüht vor Energie und sonniger Leichtigkeit, während das Andante oft als musikalisches Bild einer feierlichen Prozession gedeutet wird. Das Menuett erinnert mit seinem eleganten Ton an höfische Tanzmusik.

Besonders berühmt ist das Finale: ein wirbelnder Saltarello, ein italienischer Volkstanz, der die Sinfonie mit ungebremster rhythmischer Kraft beschließt. So verbindet Mendelssohn klassische Formklarheit mit lebendigen Reiseeindrücken – und lässt die Wärme und Bewegung des Südens in orchestralen Farben aufleuchten.

Termine

Mittwoch, 12.08.2026

Türöffnung: 19:30

Konzert

Ist Teil von

Musik

Höri Musiktage Bodensee

Kontakt Veranstalter

Höri Musiktage Bodensee/Kultur.Konvent.Öhningen (KKÖ)
+491742443633
info@hoeri-musiktage.de
www.hoeri-musiktage.de

Veranstaltungsort

Augustiner Chorherrenstift Öhningen
Klosterplatz 3
78337 Öhningen (Deutschland)
www.hoeri-musiktage.de

Barrierefreiheit Veranstaltungsort

Der Klosterhof ist nur bedingt barrierefrei.

Vorverkauf / Reservation

Vorverkauf online oder bei Tourist-Info der Höri und Buchhandlung bam Obertor Radolfzell
www.hoeri-musiktage.de

Preise / Kosten

35 EUR/50 EUR Kindertickets verfügbar (0 EUR/10 EUR)

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