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08.09.2016

63‘000 Fr. für Fotonachlass Gubler

63‘000 Fr. für Fotonachlass Gubler
Eines der unzähligen Porträts von Martha Gubler-Waigand | © Memoriav

Um den Nachlass der Fotografin Martha Gubler-Waigand zu sichern, erhält das Thurgauer Frauenarchiv einen Lotteriefondsbeitrag in der Höhe von 63'000 Franken. Damit können gut 15'000 Negative digitalisiert und erhalten werden.

Das Thurgauer Frauenarchiv ist im Besitz des Nachlasses der Fotografin Martha Gubler-Waigand, die von 1902 bis 2005 lebte. Sie wohnte in Weinfelden und war die erste Berufsfotografin im Thurgau. Der umfangreiche Nachlass bebildert schwerpunktmässig den Raum Mittelthurgau.

Martha Gubler-Waigand war vor allem in der Portraitfotografie tätig, daneben enthält der Nachlass aber auch Objekt- und Landschaftsfotografien. Das Thurgauer Frauenarchiv hat den Nachlass übernommen und dessen Erschliessung in Angriff genommen. Dabei hat sich gezeigt, dass ein Grossteil der Bildträgermaterialien zerfallen ist oder in absehbarer Zeit zerfällt. Deshalb plant das Frauenarchiv nebst der Erschliessung die Digitalisierung von Negativen, um das fotografische Werk zu retten.

Der Nachlass von Martha Gubler-Waigand zeichnet sich durch die fotografische Qualität der Arbeiten, durch eine ungewöhnliche Vollständigkeit sowie durch dessen Ordnung, Systematik und saubere Beschriftung aus. Es handelt sich um den grössten zusammenhängenden professionellen Fotonachlass einer erfolgreichen Fotografin aus dem Thurgau. Aus diesem Grund hat der Kanton Thurgau bereits einen Beitrag an die Erschliessung des Nachlasses aus dem Lotteriefonds* geleistet. Um das Werk langfristig zu erhalten, ist die geplante Digitalisierung der einzige Weg. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 150'000 Franken. Daran leistet der Regierungsrat einen Betrag von 63 000 Franken aus dem Lotteriefonds. (I.D.)

*Für die Archivierung des Nachlasses hat der Regierungsrat im Jahr 2010 80'000 Franken aus dem Lotteriefonds gesprochen. Die Kosten für die Archivierung waren mit 218'000 Franken veranschlagt. (red)

 

20'000 Negative

Gemäss dem Netzwerk Memoriav konnte das Thurgauer Frauenarchiv im Jahr 2006 den persönlichen Nachlass sowie den Geschäftsnachlass der Fotografin Martha Gubler-Waigand (1902-2005) vollständig übernehmen. Martha Gubler-Waigand betrieb während mehr als dreissig Jahren (1930-1962) in Weinfelden ein Fotofachgeschäft und spezialisierte sich vor allem auf das Porträtieren. Sie war die erste Berufs-Fotografin im Kanton Thurgau. Der Bestand umfasst rund 200 Glasplatten, 20'000 Negative und 10'000 Abzüge.

 

Memoriav setzt sich aktiv und nachhaltig für die Erhaltung, Erschliessung, Valorisierung die breite Nutzung des audiovisuellen Kulturgutes - Fotografien, Tonaufnahmen, Filme und Videoaufnahmen sowie die für den Kontext wichtigen Unterlagen und Informationen - der Schweiz ein. Memoriav organisiert ein Netzwerk aller an dieser Aufgabe beteiligten, verantwortlichen und interessierten Institutionen und Personen. (red/pd)

 

Ausstellung im Jahr 2007

Das Historische Museum Thurgau zeigte in Zusammenarbeit mit dem Frauenarchiv Thurgau von April bis Oktober 2007 die von Alexander Leumann kuratierte Ausstellung „Sie stellten ihren Mann".

Sie war den beiden Thurgauer Geschäftsfrauen Marie Wolf, Instrumentenfabrikantin in Frauenfeld, und Martha Gubler-Waigand, Fotografin in Weinfelden, gewidmet. Marie Wolf (1868–1935) führte in Frauenfeld ihre eigene Firma zur Herstellung von Blechblasinstrumenten, und sie besass ein Patent für ein Instrumentenventil. (red)


Mehr dazu auf frauenarchiv.ch

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