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Die Gute-Laune-Rocker kommen

Die Gute-Laune-Rocker kommen
Sind wieder da: die Lovebugs. Am Samstag, 11. November, auch im Frauenfelder Eisenwerk. | © Tabea Hüberli

Die Lovebugs waren mal eine der angesagtesten Bands des Landes. Inzwischen ist es ruhiger geworden um die Basler Kombo. Jetzt kommen sie für einen Gig nach Frauenfeld

Von Michael Lünstroth

25 Jahre - das muss man als Band auch erstmal durchstehen. Die Lovebugs haben es fast geschafft. Wenn nichts Gravierendes mehr passiert, dann können sie 2018 ihr 25-jähriges Bandjubiläum feiern. Was 1993 klein begann, war zwischendrin mal richtig gross: 12 Alben hat das Quintett veröffentlicht, sechs schafften es in die vorderen Ränge der Schweizer Hitparade. Im Mai 2009 traten die Jungs für die Schweiz beim Eurovision Song Contest an, schafften aber nicht den Einzug ins Finale. Trotzdem - die Lovebugs waren im Gespräch. Mit ihrer Mischung aus Schmuse-Pop und Konsens-Rock trafen sie in viele Herzen. Aktuell sind sie mit ihrem 2016er-Album "Land ho!" auf Tour. Am Samstag, 11. November, gastiert die Band im Frauenfelder Eisenwerk.

Video: So klingen die Lovebugs heute

Klickt man sich durch die Songlist bei YouTube, dann wundert man sich, dass bei Wikipedia steht, ihre Musik sei stilistisch dem Britpop zuzuordnen. Mit Britpop haben die Jungs von Lovebugs aber maximal ihre Frisuren gemein. Lovebugs das ist Indie-Pop, wie es sich die Macher von Formatradios wünschen: Eingängig, überschaubare lyrics, keine grossen Experimente und immer schön schnell zum Refrain kommen, den man leicht mitträllern kann. Bei manchen Songs kann man mit etwas gutem Willen für Sekunden Arcade Fire raushören, dann geht es aber doch meistens Richtung Sunrise Avenue weiter. Man muss das nicht gut finden, aber eine ganze Weile waren die Lovebugs damit ziemlich erfolgreich. Glaubt man dem, was die Plattenfirma nun über Medienmitteilungen zum aktuellen Album verlautbart, dann waren die Aufnahmen dazu auch ein Stück weit eine Verzweiflungstat. „Wir merkten, so wie früher, mit 500 Prozent Einsatz, das ging nicht mehr.“ lässt sich Sänger Adrian Sieber darin zitieren. Und weiter: „Ein grosser Frust. Ich sagte: „Freunde, es ist vorbei für mich.“ Nach zwei Wochen Funkstille sei es Gitarrist Thomas Rechberger gewesen, der sich ans Telefon setzte: „So lausig können wir nicht untergehen. Lasst uns die Konten leeren und ein Studio buchen, und schauen was passiert.“ Der Moment erschien ihnen ideal. Der Plattenvertrag war ausgelaufen, niemand konnte der Band dreinreden. „Wir sagten uns: fuck it, wir machen jetzt einfach Musik.“ 

Die Aufnahmen für das aktuelle Album? Eher schwierig...

Richtig rund liefen die Aufnahmen demnach aber eher nicht, wie Sänger Adrian erklärt: "Drei Monate später sassen wir da mit fertige Master und leerer Kasse und mussten uns eingestehen: Das ist es nicht! Zu glatt geschliffen war das alles. Es fehlte das Erdige, das wir gesucht hatten.“ Dass das Album dennoch veröffentlicht wurde, liegt an dem Kamerateam, dass die Aufnahmen begleitet hatte „Beim Visionieren merkten wir, hey, die Songs klangen ja mal richtig geil!“, meint Adrian Sieber. Darauf hin entschied man sich, die Aufnahmen nochmals unter die Lupe zu nehmen und zusammen mit vier neu produzierten Songs an den Produzenten Peter Schmidt (der auch schon mit Depeche Mode, Jeremy Days, Diamanda Galas gearbeitet hatte) weiterzureichen. Er sollte den verloren gegangenen erdigen, magischen Ackerstaub wieder hervorzaubern. Ob ihm das gelungen ist? Das kann jeder selbst überprüfen bei dem Konzert am 11.November in Frauenfeld. Die Band selbst jedenfalls scheint ganz zufrieden, wie Schlagzeuger Simon Ramseier sagt: „Lange haben wir gegrübelt. Wird Musik überhaupt noch geschätzt, oder ist es nur noch eine Nebenerscheiunung, nice to have? Dann sahen wir ein - der einzige Grund, Musik zu machen, ist der, dass es uns Spass macht.“ 

Video: Trailer zur Tournee 2017

 Video: Damit waren Lovebugs beim Eurovision Song Contest 2009

 

 

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