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05.08.2013

Grabungen in den Gärten der Mönche

Grabungen in den Gärten der Mönche
Restaurierung von Funden aus einer Latrine | © aatg

Seit Anfang August untersucht das Amt für Archäologie im Norden der Kartause Ittingen bauliche Reste von abgebrochenen Mönchszellen. Ergänzend zur aktuellen Ausstellung «Da Passion und Baugeist den Vorsteher eines Gottshauses beherschet…» im Ittinger Museum zum Bauen vor der Industrialisierung können in den kommenden Wochen auch die Grabungsflächen besichtigt werden.

Vor über 100 Jahren brach man die baufälligen Mönchszellen im Norden der Kartause Ittingen ab. Die Gebäudegrundrisse wurden 1978 wieder freigelegt und darüber neue Räume erstellt, die heute einen Teil des Kunstmuseums des Kantons Thurgau beherbergen. Im Rahmen von Vorabklärungen für einen Erweiterungsbau wurde im Winter 2012 die Erhaltung der weiteren im Boden erhaltenen baulichen Reste im Bereich der ehemaligen Mönchsgärten durch das Amt für Archäologie Thurgau untersucht. In mehreren Sondierflächen konnten unter anderem die Fundamente der Trennmauern zwischen den Zellen mit angrenzendem Wandelgang sowie Latrinen freigelegt werden. Diesen August werden diese im Dezember 2012 unterbrochenen Untersuchungen nun im Rahmen der laufenden Ausstellung fortgesetzt. Die Grabungen sind öffentlich zugänglich, jeweils am Mittwoch, 14., 21. und 28. August um 15.00 Uhr finden Führungen statt. Auf Anmeldung können auch Führungen für Gruppen und Schulklassen gebucht werden.

Die archäologischen Untersuchungen begleiten die bis Juni 2014 laufende Ausstellung im Ittinger Museum zur vielfältigen Bautätigkeit in der Kartause Ittingen. Sie zeigt die Realität des Bauens vor dem Einsatz von motorgetriebenen Maschinen. Verschiedene Aspekte der historischen Bautätigkeit, insbesondere Steinbearbeitung, Mörtelzubereitung, Holzbearbeitung und Holzbau, Baukeramik, Schlosserarbeiten und Innendekoration werden anhand von Materialmustern und Werkzeugen vorgestellt. Zudem werden Relikte aus der langen Bau- und Restaurierungsgeschichte der Kartause gezeigt. Einen besonderen Schwerpunkt bilden dabei die archäologischen Funde der aktuellen und der vergangenen Grabungen, denen mannigfaltige Informationen über die im späten 19. Jahrhundert abgebrochenen Mönchshäuschen im Norden der Kartause zu verdanken sind. Zu den Instrumenten, um die Räumlichkeiten neu zu entdecken, gehören mehrere Begleitveranstaltungen sowie ein Audioguide-Rundgang, der zu den verborgenen Schätzen der komplexen Baugeschichte der Kartause Ittingen führt. (aatg)

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