von Jürg Schoop (1934 - 2024), 27.10.2013
«Kopf Geschehen»

Jürg Schoop
Mit einer vorbildlich prägnanten Einführung stellte uns die Kunsthistorikerin Lucia A. Cavegn in der schmucken Sirnacher «Galerie im Rank» die Bildserie «Kopf Geschehen» des 1947 in Grabs geborenen, heute in Ermatingen lebenden Künstlers Christian Lippuner vor.
Lippuner, der auf ein reiches Berufsleben als Grafiker und Art Director zurück blicken kann, arbeitet seit einem guten Jahrzehnt als freischaffender Künstler, vor allem auf den Gebieten Malerei, Grafik und Plastik. Analysen und Darstellungen sozialer Netzwerke bilden einen wichtigen Inhalt seiner Arbeit.
Der Kopf des Menschen steht bildlich und Symbolisch als Durchgangsstation für alles, was ihn umringt, was in ihn eindringt, was sich festsetzt oder auch nicht, – was er wieder aussendet und wie er sich mit andern verbindet oder sich ihnen entfremdet. Der Künstler sagt dazu: «In meinen Arbeitsprozessen haben mich schon immer vorrangig politische Lebens- und Zwischenräume interessiert. Also Interaktionen, das Zwischen zwischen den Räumen. Bildsprachlich bewege ich mich zwischen figurativer Narration und erzählerischer Abstraktion. Und diese Sprache gehorcht dem klassischen Spiel zwischen Fläche und Raum, dem Spannungsfeld zwischen Duktus, Linie, Farbe und Fläche.»
Des Künstlers Frage lautet: «Wie etwa lässt sich darauf reagieren, dass wir unaufhaltsam in eine Bindungs- und Wortlosigkeit geraten, in der identitätsstiftende Raum-und Sozialerfahrungen vermehrt oder gänzlich ausbleiben?» Wie und wie weit sich solche Erkenntnisse in einen bildsprachlichen Raum übertragen lassen, darauf versucht Christian Lippuner Antworten zu geben. Zu fragen wäre auch, ob nicht auch Anzeichen einer neuen, etwas anderen, noch wenig bekannten Kultur neben der beklagten und untergehenden zu finden sind.
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"Nachdenken über den Kopf", Martin Preisser in der TZ

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