von arttv, 14.10.2020
Kunst und Suppe

Im Haus zur Glocke gibt es Kunst, Kunstführungen und Künstlersuppen. Noch bis 24. Oktober läuft die aktuelle Ausstellung «Die Dinge des Alltags und die Kunst»
im Haus zur Glocke in Steckborn. arttv.ch hat sich die Schau angesehen.
Für Judit Villiger, Leiterin des Huas zur Glocke, ist der Austausch über die Kunst zentral. Es geht ihr um die Begegnung zwischen den BetrachterInnen, den KünstlerInnen und den Kunstwerken. Programmatisch bildet die jetzige Ausstellung von LEWEIS und Max Bottini schon im Titel diesen Ansatz ab.:Die Dinge des Alltags und die Kunst.
Video: Der komplette Beitrag von arttv.ch
Der Titel der Ausstellung ist in einem Austauschprozess zwischen den beteiligten Künstler*innen und der kuratierenden Judit Villiger entstanden. Die Ausstellung wird als Einheit verstanden, in der das Künstlerinnenduo LEWEIS (Renate Lerch und Jacqueline Weiss) und Max Bottini das ganze Haus zur Glocke bespielen. LEWEIS stellen in ihren Installationen im Eingangsraum und auf dem Estrich in vielfältiger Weise eine Bezug zum Austausch zwischen Innen- und Aussenraum, vorher und nachher, oben und unten her. Max Bottini zeigt mit seiner Arbeit an 20 Jahren Selbstporträts eine Auseinandersetzung mit seinem eigenen Vergehen. Und kocht die traditionelle Künstlersuppe.
Keine Kunstgalerie, es geht auch um Gemeinschaft und Gesellschaft
Judit Villiger Leiterin des Haus zur Glocke und selber Kunstschaffende, betont, dass dieses Haus keine Kunstgalerie ist. Im fünften Jahr seiner Aktivitäten als Kunstprojekt wird die Frage nach der Zusammenarbeit in der Kunst weiter gestellt. „Gemeinsam denken und handeln, geht das,- und wie?“ Bis jetzt wurden 15 Ausstellungen mit entsprechenden Publikationen erarbeitet, in denen immer mehrere KünstlerInnen zusammengekommen sind.
Damit die BesucherInnen nicht bloss durchlaufen, werden regelmässige Treffen ermöglicht. Am grossen Tisch in der Wirtschaft zur Glocke soll der Austausch um die vielfältigen Interpretationen von Kunst und Welt ermöglicht werden. Dafür bieten Kunst und Kulturschaffende als Gastköche und -köchinnen jeweils samstags eine regionale und fair produzierte Suppe an.

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