von Brigitta Hochuli, 22.10.2015
Nichts leichter als das

Brigitta Hochuli
Omama hat sich im Kreuzlinger Theater an der Grenze Sorgen gemacht um die Enkelin. Schliesslich steckt man nicht zwangsläufig in den Backofen, was sich zuvor gehänselt, gestritten, geliebt und versöhnt hat.
Zum Glück war die Kleine vorbereitet auf Piggeldy und Frederick, die Schweinchen aus der legendären Trickfilmserie des ARD-Sandmännchens der 1970er Jahre. Piggeldy, der jüngere der Brüder, stellt darin dem älteren jeweils eine Frage, die dieser stereotyp mit „nichts leichter als das“ beantwortet.
Aus der Vorlage hat das Theater Gustavs Schwestern von Sibylle Grüter und Jacqueline Surer eine „philosophische Schweinerei“ gemacht. Entsprechend herausfordernd sind die Themen, die die Puppenspielerinnen ihren Schweinchen zumuten: Fernweh, Alleinsein, Risiko und gar Fressen und Gefressenwerden.
Es war beileibe kein eindimensionales Kasperlitheater! Im Gespräch mit den Schweinen und in einer Rahmenhandlung bringen die Spielerinnen auch sich selber ein. Unter anderem hungern sie bis zum Schluss, begleitet von einer Kochsendung aus dem Radio. Requisiten sind ein Förderband, Papier und Stühle. Alles in allem ein ziemlich lauter Klamauk, aus dem man durchaus seine Lehren ziehen kann.
Älteren Kindern ab fünf Jahren hat die Geschichte prima gefallen. Sie begegneten in ihr den eigenen Erfahrungen mit nervigen Geschwistern oder solchen, die „essen wie eine Sau“. Am besten fand eine Siebenjährige die Schlussszene. Piggeldy und Frederick werden eingerieben mit Sonnenöl und Insektensalz, auf dass sie im Ofen eine duftende Kruste ansetzen.
Wie es die beiden dann doch noch in die Freiheit geschafft haben, soll ein Geheimnis bleiben. Und deshalb war auch die Frage der Enkelin berechtigt, die von der erleichterten Grossmutter wissen wollte: „Wurum müemer jez goo?“ Die Antwort? Nichts leichter als das!

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