07.12.2012
Sekte?

Brigitta Hochuli
Nein. „Wir wollen eine Öffentlichkeit schaffen im dezentralen Thurgau und nicht eine Sekte gründen von Leuten, die sich alle mögen.“ Deshalb freute es Klaus Hersche, den Beauftragten der Kulturstiftung des Kantons Thurgau, dass zur Chlausdebatte in der Galerie Bleisch so viele ihm unbekannte Gesichter zu sehen waren.

Bilderbogen vom Chlausabend der Kulturschiftung des Kantons Thurgau in der Galerie Bleisch in Arbon. Bilder: Brigitta Hochuli
60 waren es an der Zahl, und sie haben möglicherweise etwas mehr erwartet, als freundlich befragt zu werden nach ihren Bedürfnissen. Es wurde trotzdem deutlich, dass man die Expo 2027 nicht den Politikern überlassen möchte, dass die Kulturstiftung sich da einbringen sollte, und zwar mit Querdenkern, von denen es im Thurgau einige gebe.
Es wurde auch deutlich, dass das Debakel um das Kunstmuseum ein politisches und nicht ein kulturelles zu sein scheint und dass die Frage des Standorts nun erneut viele umtreibt. Statt Ittingen Kreuzlingen? Nein, Frauenfeld! Wenn schon, dann Weinfelden! Der eine nannte die Kartause „verstaubt“, der andere „geil“. Diese Debatte zumindest birgt Zündstoff.
Deutlich wurde auch, dass die geplante Werkschau der Stiftung, deren Ausschreibung angelaufen ist, noch da und dort Fragen offen lässt. Zuvor hatten Klaus Hersche und Stiftungsratspräsidentin Claudia Rüegg zudem darüber orientiert, wie weit sie mit ihren Bemühungen um Künstleraufenthalte im Ausland und um bessere Aufführungsmöglichkeiten für Theaterschaffende sind.
Obwohl keine Sekte, die Gemeinschaft an diesem Abend mochte sich. Und für einmal war keine Traktandenliste nötig – die Buchvernissage von steffenschöni zu Beginn und die wärmende Suppe zum Schluss genügten vollauf!
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