von Michael Lünstroth・Redaktionsleiter, 25.05.2020
Die 10 meist besuchten Museen des Kantons

Welches sind die beliebtesten Museen des Kantons? Und gibt es so etwas wie ein Museums-Zentrum im Thurgau? Aktuelle Zahlen zeigen einen interessanten Trend.
Museumsleute werden in der Regel nicht müde zu betonen, dass Besucherzahlen eigentlich gar nicht so wichtig seien. Trotzdem schielen sie natürlich auch immer regelmässig auf diese Zahlen, weil sie trotz aller Beschwichtigungen eine relevante Grösse für ihre Arbeit ist: Sie geben Aufschluss über die Entwicklung eines Hauses. Und: Mit Zahlen kann man Öffentlichkeitsarbeit machen: Gegenüber den BesucherInnen, aber auch gegenüber der Politik.
Das kantonale Statistikamt veröffentlicht regelmässig solche Besucherzahlen, die aktuellsten stammen für alle Museen im Kanton aus dem Jahr 2018. Demnach war in jenem Jahr das besucherstärkste Museum des Kantons das Napoleonmuseum und Park Arenenberg mit 25’492 BesucherInnen. Nur knapp dahinter auf Platz 2 liegen Kunstmuseum & Ittinger Museum in der Kartause Ittingen mit 25’404 BesucherInnen. Wenig überraschend liegen die drei weiteren kantonalen Museen - Museum für Archäologie, Naturmuseum Thurgau und Historisches Museum Thurgau - dahinter mit 17’376 (Naturmuseum & Museum für Archäologie, beide sitzen im selben Gebäude, deshalb werden die Zahlen gemeinsam erfasst) beziehungsweise 17’087 BesucherInnen (Historisches Museum Thurgau).
Frauenfeld, Kreuzlingen und Arbon sind die Museums-Hotspots im Kanton
Die weitere Liste:
5. Autobau Erlebniswelt AG, Romanshorn (17’000)
6. Bodensee Planetarium & Sternwarte Kreuzlingen (10’800)
7. Saurer-Museum Arbon (9’965)
8. MoMö Arbon (8’558)
9. Seemuseum Kreuzlingen (6’565)
10. Museum Rosenegg (4’000)

Interessant an diesen Ergebnissen sind vor allem zwei Dinge: Erstens: Museen, in denen man etwas erleben kann, wie die Autobau Erlebniswelt, das Saurer-Museum oder das MoMö, haben einen besonderen Zulauf. Zweitens: Es scheint neben Frauenfeld mit seinen kantonalen Museen zwei weitere Museums-Hotspots im Kanton zu geben: Kreuzlingen und Arbon. In beiden Städten gibt es jedenfalls besucherstarke Häuser.
Besucherzahlen können auch schnell schwanken
Wie schnell sich die Besucherzahlen auch wieder drehen können, zeigen Zahlen aus dem Jahr 2019 für die kantonalen Museen. Im Geschäftsbericht des Kantons Thurgau werden diese Daten genannt. Demnach war 2019 das Kunstmuseum Thurgau & Ittinger Museum das mit Abstand meistbesuchte Museum des Kantons mit 28’050 BesucherInnen.

Die unterschiedlichen Ausschläge haben oft ganz verschiedene Gründe. Selbst Museumsleute wie Hannes Geisser, Direktor des Naturmuseum Thurgau, können das oft nicht im Detail erklären. „Das Ganze ist immer sehr spekulativ, wenn man es nicht genau auswertet“, sagte er im Gespräch mit thurgaukultur.ch.
Die Rolle des Wetters bei den Zahlen
2019 war für das Naturmuseum zum Beispiel ein Rekordjahr mit 22’196 BesucherInnen. Woran das lag? „Das eine ist, wir haben mit der Katzen-Ausstellung einen Volltreffer gelandet. Das war die bestbesuchte Ausstellung seit Jahren. Wir hatten auch noch nie so viele Schulen bei uns wie 2019. Wir haben sicher auch Glück gehabt mit dem Wetter. Es ist zwar ein schöner Sommer gewesen, aber es gab immer wieder Tage, an denen es nicht so gut war“, so Geisser. Was man daraus schliessen kann? Gute Inhalte, ansprechend präsentiert bei eher mittelmässigem Wetter können zu einem Besucherrekord führen. Müssen aber nicht.

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