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von Elke Reinauer, 31.08.2026

Selbst gebraut und lautstark

Selbst gebraut und lautstark
Neie Konzertlocation in Frauenfeld: die Bruderbar in der Stadtkaserne veranstaltet regelmässig Konzerte. | © Bruderbar

In der Frauenfelder Stadtkaserne bietet die Bruderbar nicht nur selbstgebrautes Bier an; sie holt auch Livemusik auf die Bühne und bleibt nun deutlich länger als ursprünglich geplant. (Lesedauer: ca. 2 Minuten)

Blaue Polstersessel stehen unter pastellfarbenen Wänden. In einer Ecke hängt ein vergessenes Waschbecken, das noch aus Zeiten stammt, als hier die Soldaten wohnten. Der Charme der Räume ist unverändert rau geblieben, seit hier nicht mehr Rekruten, sondern Gäste verkehren. 

Genau in diesen Räumen der Stadtkaserne schenkt die Brauerei Bruderbier ihr selbst gebrautes Bier aus. Doch hier gibt es nicht nur Hopfensaft: Wer die Bruderbar betritt, findet eine gemütliche Bar mit Bühne im hinteren Teil.

 

Klein, aber fein: Die Bruderbar in Frauenfeld bietet Livemusik eine neue Bühne. Bild: Bruderbar

Rock, Punk und Synthesizer im Kasernenhof

Einmal im Monat wird aus der Bar ein kleines, feines Konzertlokal. Dann steht «Bruder Sounds» auf dem Programm, mal rockig, mal punkig, mal elektronisch. Verantwortlich für das Programm ist Michael Siegenthaler. Tagsüber arbeitet er als Arzt in Frauenfeld und ist durch seine Tätigkeit gut vernetzt, konnte auch schon den einen oder anderen Sponsor gewinnen, wie er verrät. Als Programmchef der Reihe wählt er die Bands aus. Mit den Inhabern der Bar, Thomas und Matthias Bischoff, ist er befreundet; daraus ist die Konzertreihe überhaupt erst entstanden.

«Wir wollen damit Frauenfelds Stadtkaserne beleben», sagt Michael Siegenthaler. Das Programm bleibt bewusst breit gefächert. Im August spielte etwa die Band Jolly and the Flytrap geradlinigen Alternative Rock zwischen Grunge, Punk und Indie. Im Oktober folgt Bahnhofbuffet Chancental, neu als Trio unterwegs, mit Synth-Flächen statt Gitarrenwänden und einer Drum-Machine im Post-Punk-Stil der Achtzigerjahre.

Dazwischen liegen Auftritte wie jener von Odd Beholder im Mai, dem Electro-Wave-Projekt der Musikerin Daniela Weinmann. Aber nicht jedes Konzert findet wie geplant statt. Der Auftritt von Mnevis musste abgesagt werden; ein neues Datum steht noch aus.

 

Matthias Bischoff (v. l.) und Michael Siegenthaler in der Frauenfelder Bruderbar. Bild: Elke Reinauer

Bier gebraut in Frauenfeld

Was die Bruderbar von anderen Lokalen in Frauenfeld unterscheidet: Sie braut selbst. Die Brauerei sitzt in Frauenfeld; gebraut wird in der ehemaligen Gerberei Kappeler. Thomas und Matthias Bischoff brauen seit 2015 gemeinsam Bier. In der ehemaligen Gerberei Kappeler in Frauenfeld steht ihr Sudhaus; es fasst 300 Liter. Hier setzen die Brüder verschiedene Rezepte um, manche ausgefallen, manche klassisch. So brauen sie zum Beispiel ein Kaffee Stout mit Kaffee der Glarner Kaffeerösterei, ebenfalls in der Stadtkaserne ansässig. Oder ein einfaches und süffiges Blonde Ale.

Am Anfang steht die Idee für einen Bierstil. Die Brüder verfeinern sie nach eigenem Geschmack und halten das Ergebnis in einem Rezept fest. Danach übernehmen sie jeden Schritt selbst: Sie schroten das Malz, kochen die Würze, füllen am Ende die Flaschen ab. Alles geschieht von Hand, in den eigenen Räumen der Mikrobrauerei.

Von zwei auf sechs Jahre

Ursprünglich war die Bruderbar nur als Zwischennutzung gedacht, befristet auf zwei Jahre. Inzwischen sind daraus sechs geworden. Der Grund liegt im Sanierungsplan der Stadtkaserne, der die Räume der Bruderbar erst ganz zum Schluss vorsieht. Was als kurzes Provisorium begann, hat sich damit zu einem festen Bestandteil des Frauenfelder Nachtlebens entwickelt. Für die Konzertreihe bedeutet das Planungssicherheit, jedenfalls für die nächsten Jahre.

«Wir freuen uns auf weitere Jahre hier und vor allem auf die Musik», sagt Michael Siegenthaler abschliessend.

Die nächsten Konzerte in der Bruderbar

Die nächsten Konzerte:

 

24. Oktober – Bahnhofbuffet Chancental (Autotune Mundartgrunge, SG)

6. November – Phaidon (Doom Metal, TG)

11. Dezember – Pina Palau (Indie Folk, ZH)

19. Februar – Egopusher (Electronica, ZH)

19. März – Rémy Sax (Experimental Post Punk Jazz, TG)

23. April – Bell Baronets (Indie Rock, AG).

 

Eintritt frei / Kollekte, BRUDER Bar, Stadtkaserne Frauenfeld.

 

 

 

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