von Michael Lünstroth・Redaktionsleiter, 14.11.2019
Sie sind wieder da

Ende Mai haben sie ihre Galerieräume in Eschlikon geschlossen, jetzt kehren Werner Widmer und Jordanis Theodoridis mit einem neuen Ausstellungsprojekt zurück. Nach Eschlikon.
Das Bedauern war gross vor einigen Monaten als bekannt wurde, dass die Galerie widmertheodoridis ihre Türen schliesst. Damals sagte Jordans Theodoridis: «Wir hätten die Galerie auch bis zur Pensionierung bequem weiterführen können, aber das sind nicht wir. Wir fragen uns, ob das Galeristendasein wirklich mit den Dingen, die uns beschäftigen, zusammenpasst. Wir würden gerne wieder etwas frecher werden».
Nun kommen die beiden Galeristen Werner Widmer und Jordans Theodoridis mit einem neuen Ausstellungskonzept zurück. Nicht in den urbanen Raum, wie sie eigentlich wollten, sondern ausgerechnet im kleinen Eschlikon schaffen sie nun wieder einen neuen Ort für zeitgenössische Kunst. „widmertheodoridis wechselt von Ikone zu Ikone!“ schrieben sie in einem Newsletter Ende Oktober. Sie ziehen in keinen gewöhnlichen Ort, sondern in dem on weitem sichtbaren Beton-Turm in der Nähe des Bahnhofs Eschlikon. „Der Blick ist frei und weit. Von dort oben halten wir Ausschau. Ab dem 1. November 2019 erhält widmertheodoridis eine neue Adresse – die neue Kommandozentrale ist im HORST“, hiess es im Newsletter.
Das neue Ausstellungsprojekt widmet sich dem Porträt
Inzwischen ist auch das Programm klar: Es wird eine etwas andere Gruppenausstellung werden. Unter dem Titel „The Beauty and the Beast“ wollen sie jeden Monat und immer und nur am 15. eine künstlerische Position aus dieser Gruppenausstellung zeigen, die sich der Porträtdarstellung widmet. „Ausgehend von der Abbildung menschlicher Figuren und Gesichter greift ‚The Beauty and the Beast‘ aktuelle Themen und Begriffe der zeitgenössischen Kunst, wie Repräsentation und Schönheitsideal, Verfremdung und Realität, Identität auf“, schreiben die Galeristen in einem zweiten Newsletter Anfang November. Zwischen den Präsentationen kann man die Ausstellung nach Absprache mit den Galeristen besuchen.
Los geht es am Freitag, 15. November, 18 Uhr, mit der Thurgauer Kulturpreisträgerin 2018 Judit Villiger. Sie zeigt die Arbeit „Aus Thurgauer Archiven - eine UmOrdnung 2018/19“. „In dieser Arbeit werden Porträts, und damit die Bilder von Persönlichkeiten, aus Thurgauer Archiven, welche oft zu Unrecht vergessen wurden, erinnert“, erklärt Judit Villiger zu ihrem Werk. Es gehe ihr dabei nicht um Ahnenbilder, sondern „um ein Archiv dessen „was für mich Bedeutung hat. Bilder machen heisst hier Bedeutung generieren, Informationen teilen, Fragen aufwerfen. Nicht umsonst sind gängige Hierarchien aufgelöst; so steht das Porträt einer anonymen Bäuerin aus dem zweiten Weltkrieg selbstverständlich neben der linken Politikerin und Journalistin Gerda Rodel-Neuwirth.“
Bis August 2020 dauert das Experiment
Neben Judit Villiger sind an dem Projekt diese Künstlerinnen und Künstler beteiligt: Elisabeth Nembrini, Alex Demarmels, Anita Zimmermann, Almira Medaric und Andreas Fux. Die nächste Präsentation findet am Sonntag, 15. Dezember, 18 Uhr, statt. Dann ist Elisabeth Nembrini zu Gast. Abgeschlossen wird die Gruppenausstellung am 15. August 2020.
Termin: Freitag, 15. November, 18 Uhr: Judit Villiger im Gespräch mit den Galeristen über die Hintergründe zum Werk. Am Samstag, 16. November ist der HORST zwischen 12 und 20 Uhr geöffnet und am Sonntag, 17. November, von 12 bis 16 Uhr.

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