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21.11.2014

"Agnes" in Konstanz

"Agnes" in Konstanz
Zwischen Fiktion uind Wirklichkeit (von links): Georg Melich, Natalie Hünig, Ralf Beckord und Elisabeth-Marie Leistikow | © Bjørn Jansen

Im Theater Konstanz feiert am 22. November "Agnes" nach dem Roman des Thurgauers Peter Stamm Premiere. Themen sind die Brüchigkeit der Liebe und das Spannungsfeld von Imagination und Realität.

Der Roman "Agnes" erscheint 1998 als literarisches Debüt des in Weinfelden aufgewachsenen Schweizer Autors Peter Stamm. Mit distanzierter Sachlichkeit setzt sich der Schriftsteller mit der Brüchigkeit der Liebe und dem Spannungsfeld von Imagination und Wirklichkeit auseinander. Kann man jemanden lieben, ohne sich ein Bild von ihm zu machen? "Liebe kann nur als Geschichte existieren", schreibt Peter Stamm. Kann diese Geschichte töten, fragt sein Roman "Agnes".

Drehbuch des Lebens

Ein Schweizer Schriftsteller und eine junge amerikanische Physikerin sitzen sich in der Chicago Public Library gegenüber. Beide schreiben. Er arbeitet an einem Buch über Luxuseisenbahnen, sie verfasst ihre Dissertation über Symmetriegruppen von Kristallgittern. Der Mann und die Frau schauen von den Büchern auf, ihre Blicke treffen sich. Die Liebesgeschichte entwickelt sich zwischen Zigarettenpausen und gemeinsamem Kaffeetrinken. Sie werden ein Paar und ziehen zusammen.

Ihr zuliebe und aus Spass schreibt er ihre gemeinsame Geschichte nieder, beginnend mit dem Moment des Augenkontaktes. In der Gegenwart angekommen, schreibt er die Geschichte fort. Seine Erzählung diktiert nach und nach den Alltag des Paares, wird zum Drehbuch ihres Lebens. Als die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit durchlässig werden, verwandelt sich das Spiel zu gefährlichem Ernst. Und plötzlich ist Agnes verschwunden.

Regie: Holle Münster

Regisseurin Holle Münster, geboren in Brandenburg, studierte am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und wurde für ihre Diplominszenierung mit dem österreichischen Würdigungspreis ausgezeichnet. Seit 2012 ist sie Mitglied des freien Regiekollektivs "Prinzip Gonzo". (pd/rom)


Der Thurgauer Schriftsteller Peter Stamm. (Bild: Stefan Kubli)

Peter Stamm

Peter Stamm, * 1963, studierte nach einer kaufmännischen Lehre einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie. Längere Aufenthalte in Paris, New York, Berlin und London. Lebt in Winterthur. Seit 1990 freier Autor und Journalist. Mehrere Hörspiele für Radio DRS1, DRS2, Radio Bremen, den WDR und den Südwest Rundfunk. Theaterstücke und Beiträge für verschiedene Bücher. Sein erster Roman «Agnes» erschien 1998 im Arche Verlag, Zürich und Hamburg. Im selben Verlag erschienen 1999 die Kurzgeschichtensammlung «Blitzeis», 2001 der Roman «Ungefähre Landschaft» und 2003 Erzählungen unter dem Titel «In fremden Gärten». 2006 erschien im S. Fischer Verlag sein Roman «An einem Tag wie diesem», 2008 die Erzählsammlung «Wir Fliegen» und 2009 der Roman «Sieben Jahre» und 2011 die Erzählsammlung "Seerücken".

 

***

Premiere am 22. November 2014 um 20 Uhr in der Spiegelhalle.

Weitere Daten und Informationen hier:

www.theaterkonstanz.de

Kommt vor in diesen Ressorts

  • Bühne
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